Endlich Sommer, und trotzdem rote Augen, laufende Nase und schlaflose Nächte. Wer unter Heuschnupfen leidet, erlebt jetzt oft die schwierigste Zeit des Jahres. Die Gräsersaison erreicht ihren Höhepunkt, und Millionen Pollen schweben durch die Luft. Welche Massnahmen wirklich Linderung bringen und wann man besser zum Arzt geht.
Warum gerade jetzt so viele leiden
Die Gräsersaison erreicht normalerweise zwischen der zweiten Maihälfte und dem Juni ihren Höhepunkt. Aktuell stehen Gräser in grossen Teilen der Schweiz in voller Blüte. Für rund 70 Prozent aller Heuschnupfen-Betroffenen sind Gräser die wichtigsten Auslöser ihrer Beschwerden.

Viele Allergiker bemerken zudem, dass ihre Symptome länger anhalten als früher. Fachleute beobachten, dass die Pollensaison heute oft ein bis zwei Wochen früher beginnt und sich teilweise bis in den Herbst hinein verlängert. Dadurch steigt die Belastung für Betroffene deutlich.
Mindestens rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an einer Pollenallergie. Damit gehört Heuschnupfen zu den häufigsten Allergien überhaupt.
Heuschnupfen oder Erkältung? Der Unterschied
Die Beschwerden ähneln auf den ersten Blick oft einer Erkältung. Tatsächlich gibt es jedoch einige wichtige Unterschiede.
Typisch für Heuschnupfen sind wiederkehrende Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen. Viele Betroffene berichten zudem über Juckreiz im Gaumen, in der Nase oder in den Ohren. Auch Müdigkeit und Konzentrationsprobleme können auftreten.
Eine Erkältung geht dagegen häufig mit Halsschmerzen, Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl einher. Während eine Erkältung meist nach einigen Tagen wieder verschwindet, halten die Beschwerden bei einer Pollenallergie oft solange an, wie die Belastung durch die jeweiligen Pollen besteht.
Was im Alltag wirklich hilft
Pollen lassen sich kaum vollständig vermeiden. Dennoch gibt es einige einfache Massnahmen, mit denen sich die Belastung im Alltag spürbar reduzieren lässt.
Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte die tägliche Pollenprognose im Blick behalten und Medikamente rechtzeitig einnehmen. Das empfiehlt auch das Allergiezentrum Schweiz.
Hilfreich können zudem folgende Gewohnheiten sein:
- Haare vor dem Schlafengehen waschen
- Kleidung nicht im Schlafzimmer lagern
- Wäsche bei starker Pollenbelastung nicht draussen trocknen
- Pollenschutzgitter an Fenstern verwenden
- Innenräume regelmässig reinigen
- Im Auto einen Pollenfilter nutzen
Viele Betroffene berichten ausserdem von einer deutlichen Erleichterung in höheren Lagen. Oberhalb der Gräsergrenze ist die Pollenbelastung wesentlich geringer. Ein Wochenende in den Alpen kann deshalb für manche Allergiker eine willkommene Pause von den Beschwerden sein.
Wer sich im Sommer häufig draussen aufhält, sollte auch andere saisonale Gesundheitsrisiken im Blick behalten. Mehr dazu im Artikel über die Zeckensaison 2026.
Mittel aus der Apotheke im Überblick
Für die Behandlung von Heuschnupfen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. In Apotheken sind unter anderem Antihistaminika, Nasensprays und Augentropfen erhältlich.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt jedoch von den individuellen Beschwerden ab. Deshalb sollte die Wahl eines geeigneten Mittels gemeinsam mit einem Arzt oder Apotheker erfolgen.
Wer über viele Jahre hinweg unter starken Symptomen leidet, kann zudem eine sogenannte Desensibilisierung beziehungsweise Immuntherapie in Betracht ziehen. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an die auslösenden Allergene gewöhnt. Ob diese Behandlung infrage kommt, sollte immer mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.
Wann man zum Arzt sollte
Viele Menschen können ihre Beschwerden mit einfachen Massnahmen und Medikamenten gut kontrollieren. In einigen Fällen ist jedoch eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Ein Arztbesuch empfiehlt sich insbesondere dann, wenn:
- die Symptome sehr stark ausgeprägt sind
- Schlaf und Alltag erheblich beeinträchtigt werden
- Medikamente nicht ausreichend helfen
- Atembeschwerden auftreten
- Unsicherheit über die Ursache der Beschwerden besteht
Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, die passende Behandlung zu finden und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Häufige Fragen zu Heuschnupfen
Kann Heuschnupfen plötzlich auftreten?
Ja. Auch Menschen, die jahrelang keine Beschwerden hatten, können im Laufe ihres Lebens eine Pollenallergie entwickeln.
Hilft Regen gegen Pollen?
Oft ja. Regen kann Pollen aus der Luft waschen und die Belastung vorübergehend senken. Nach Gewittern kann die Situation jedoch unterschiedlich sein.
Sind die Berge für Allergiker besser geeignet?
In höheren Lagen oberhalb der Gräsergrenze ist die Belastung durch Gräserpollen deutlich geringer. Viele Betroffene empfinden dort eine spürbare Entlastung.
Wo finde ich aktuelle Pollenwerte?
Aktuelle Informationen bieten die Pollenprognose von MeteoSchweiz sowie die App «Pollen-News».



