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Warum das eiskalte Getränk bei Hitze ein Fehler ist

Marco Baumann
von
Marco Baumann
25.06.2026
ernährung bei hitze, Glas Wasser mit Zitrone und Minze auf einem Tisch
Lauwarmes oder zimmerwarmes Wasser löscht den Durst oft besser als eiskalte Getränke.
Darum gehts
  • Eiskalte Getränke regen den Körper an, Wärme zu erzeugen, lauwarm kühlt besser.
  • Leichte, wasserreiche Mahlzeiten entlasten den Kreislauf, schwere und fettige belasten ihn.
  • Bei Hitze gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren, beides muss klug ersetzt werden.

Es sind 35 Grad, die Sonne knallt auf den Balkon, und der erste Griff geht zur eiskalten Cola aus dem Kühlschrank. Verständlich, aber genau falsch. Denn das eiskalte Getränk, das kurz Erfrischung verspricht, bringt den Körper dazu, noch mehr Wärme zu produzieren. Während die Schweiz unter einer Hitzewelle mit bis zu 38 Grad schwitzt, lohnt sich ein Blick darauf, was bei Hitze wirklich kühlt und was den Kreislauf nur zusätzlich belastet.

Der Griff zur eiskalten Cola

An heissen Sommertagen wirkt ein eisgekühltes Getränk wie die perfekte Rettung. Kaum steht das Thermometer über 30 Grad, greifen viele automatisch zu Cola, Eistee oder Eiswasser aus dem Kühlschrank.

Der erste Schluck fühlt sich tatsächlich erfrischend an. Genau deshalb überrascht viele Menschen die Erkenntnis, dass ausgerechnet eiskalte Getränke dem Körper langfristig nicht unbedingt helfen.

Warum eiskalt das Gegenteil bewirkt

Kommt ein eiskaltes Getränk in den Magen-Darm-Trakt, muss der Körper Energie aufwenden, um die Flüssigkeit auf Körpertemperatur zu bringen. Dabei entsteht Wärme. Die Folge: Die Schweissproduktion wird zusätzlich angeregt.

ernährung bei hitze, Glas mit eiskaltem Getränk auf einem Tisch
Eiskalte Getränke wirken erfrischend, können den Körper aber dazu anregen, zusätzliche Wärme zu produzieren.

Genau deshalb gelten Getränke mit Zimmer- oder leicht kühler Temperatur oft als die bessere Wahl. Sie belasten den Kreislauf weniger und unterstützen den Körper, statt ihn mit einem zusätzlichen Temperaturausgleich zu beschäftigen.

Die kurzfristige Erfrischung eines Eisgetränks kann angenehm wirken. Der eigentliche Kühleffekt hält jedoch oft deutlich kürzer an, als viele erwarten.

Was der Körper bei Hitze wirklich leistet

Während die Schweiz derzeit Temperaturen von bis zu 38 Grad erlebt, arbeitet der Körper auf Hochtouren. Um die eigene Temperatur stabil zu halten, beginnt er zu schwitzen. Über die Verdunstung auf der Haut wird Wärme abgegeben.

Mit dem Schweiss gehen jedoch nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe wie Natrium, Kalium und Magnesium verloren.

Gleichzeitig weiten sich die Blutgefässe. Der Blutdruck sinkt, das Herz schlägt schneller, und der Kreislauf muss mehr leisten. Wer zu wenig trinkt, merkt das oft zuerst an Konzentrationsproblemen, Kopfschmerzen oder leichtem Schwindel. Später können ernsthafte Kreislaufprobleme folgen.

Die richtigen Durstlöscher, und die falschen

Entscheidend ist nicht nur, was getrunken wird, sondern auch wann. Fachstellen empfehlen, über den Tag verteilt zu trinken und nicht erst dann, wenn starker Durst entsteht.

Für die meisten Erwachsenen gelten im Sommer etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit als sinnvoll. Wer körperlich arbeitet oder Sport treibt, benötigt oft deutlich mehr.

Ideal sind Leitungswasser, Mineralwasser und ungesüsste Tees. Wer etwas Abwechslung möchte, kann Wasser mit Gurke, Zitrone, Beeren oder Minze aromatisieren.

Weniger geeignet sind zuckrige Softdrinks, Eistee, Energydrinks und insbesondere Alkohol. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und belastet den Kreislauf zusätzlich. Auch grosse Mengen Kaffee können die Schweissproduktion fördern.

Leicht essen statt schwer

Nicht nur Getränke beeinflussen das Wohlbefinden bei Hitze. Auch das Essen macht einen Unterschied.

Nach einer schweren Mahlzeit fühlt sich ein heisser Sommertag oft noch belastender an. Der Grund liegt in der Verdauung. Für fettige oder sehr proteinreiche Speisen muss der Körper zusätzliche Energie aufwenden. Dabei entsteht wiederum Wärme.

Kleinere Portionen über den Tag verteilt werden deshalb häufig besser vertragen als ein grosses Mittagessen.

Was auf den Teller gehört

Ein Blick auf den Teller zeigt schnell, welche Lebensmittel an Hitzetagen beliebt sind. Wassermelonen, Gurken, Tomaten, Beeren, Zitrusfrüchte und grünes Blattgemüse liefern viel Wasser und wirken angenehm leicht.

ernährung bei hitze, frische Wassermelonenstücke als leichte Sommermahlzeit
Wasserreiche Lebensmittel wie Wassermelonen helfen dabei, Flüssigkeit aufzunehmen.

Auch Joghurt und Quark gelten als gut verträgliche Eiweissquellen. Wer etwas Herzhaftes essen möchte, fährt mit leicht verdaulichem Fisch meist besser als mit schweren Fleischgerichten.

Viele Ernährungsexperten verweisen in diesem Zusammenhang auf die mediterrane Küche. Viel Gemüse, Salat und Fisch, dafür weniger Fleisch und schwere Saucen.

Wer stark schwitzt, verliert zusätzlich Salz. Deshalb kann etwas mehr Salz sinnvoll sein. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten dies jedoch ärztlich abklären.

Wichtig ist ausserdem die Hygiene. Bei hohen Temperaturen vermehren sich Bakterien wie Salmonellen deutlich schneller. Roher Fisch, Fleisch oder Eier sollten deshalb nicht lange ungekühlt stehen bleiben. Die Kühlkette sollte möglichst nicht unterbrochen werden.

Wenn der Kreislauf schlappmacht

Anhaltende Hitze ist kein harmloses Sommerproblem. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und chronisch Kranke reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen.

ernährung bei hitze, erschöpfte Person liegt bei starker Sonneneinstrahlung im Freien
Hitze belastet den Kreislauf. Schwindel, Kopfschmerzen und Erschöpfung können erste Warnzeichen sein.

Wer tagsüber unter der Hitze leidet, spürt die Belastung oft auch nachts. Wie man in Tropennächten besser zur Ruhe kommt, erfährst du im Ratgeber bei Hitze besser schlafen.

Wichtig: Den Link erst setzen, sobald der Schlaf-Artikel live ist.

Treten Symptome wie starker Schwindel, Verwirrtheit, Herzrasen oder deutliche Kreislaufprobleme auf, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Im Notfall gilt die Telefonnummer 144.

Menschen mit Herz- oder Nierenschwäche sollten ihre optimale Trinkmenge grundsätzlich mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Weitere offizielle Informationen bietet das BAG unter den Verhaltensempfehlungen bei Hitze:

https://www.bag.admin.ch/de/hitze

Häufige Fragen

Wie viel sollte man bei Hitze wirklich trinken?

Für die meisten Erwachsenen gelten zwei bis drei Liter pro Tag als guter Richtwert. Bei körperlicher Arbeit, Sport oder starkem Schwitzen kann der Bedarf deutlich höher liegen.

Warum kühlt ein warmer Tee im Sommer besser als Eiswasser?

Warme oder zimmerwarme Getränke belasten den Körper weniger. Eiskalte Getränke müssen zuerst auf Körpertemperatur gebracht werden, wodurch zusätzliche Wärme entsteht.

Ist Alkohol bei Hitze wirklich so problematisch?

Ja. Alkohol belastet den Kreislauf und fördert den Flüssigkeitsverlust. Gerade an sehr heissen Tagen kann das zu zusätzlichen Beschwerden führen.

Welche Lebensmittel sind an heissen Tagen besonders bekömmlich?

Wasserreiche Lebensmittel wie Wassermelonen, Gurken, Tomaten, Beeren oder Salate gelten als gut verträglich. Auch Joghurt, Quark und leichter Fisch werden häufig empfohlen.

Wann sollte man bei Hitzebeschwerden zum Arzt?

Bei starkem Schwindel, Verwirrtheit, anhaltenden Kreislaufproblemen oder deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Im Notfall ist die 144 die richtige Anlaufstelle.

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