Einmal morgens mit Sonnencreme eincremen und der Tag ist sicher? Im Schatten braucht es keinen Schutz? Solche Sätze hört man jeden Sommer, und fast keiner davon stimmt. Gerade jetzt, wo die UV-Strahlung steigt, rächen sich diese Irrtümer schnell. Was beim Sonnenschutz wirklich zählt und worauf man bei Kindern besonders achten sollte.
Warum Sonnenschutz so wichtig ist
Jährlich erkranken in der Schweiz rund 3000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Hinzu kommen schätzungsweise bis zu 25’000 Fälle von weissem Hautkrebs. Damit gehört die Schweiz zu den Ländern mit den höchsten Hautkrebsraten Europas.
Gerade in den Sommermonaten steigt die UV-Belastung deutlich an. Wer seine Haut über Jahre hinweg regelmässig ungeschützt der Sonne aussetzt, erhöht das Risiko für spätere Hautschäden erheblich.
Irrtum 1: Einmal eincremen reicht für den ganzen Tag
Viele Menschen tragen ihre Sonnencreme morgens auf und fühlen sich danach den gesamten Tag geschützt. Tatsächlich verliert Sonnencreme ihre Wirkung jedoch mit der Zeit.
Schwimmen, Schwitzen und das Abtrocknen mit dem Handtuch entfernen einen Teil des Schutzfilms von der Haut. Deshalb sollte regelmässig nachgecremt werden.
Wichtig ist jedoch: Nachcremen erhöht den Schutz nicht. Es hilft lediglich dabei, den ursprünglich aufgetragenen Schutz aufrechtzuerhalten.
Irrtum 2: Im Schatten brauche ich keinen Sonnenschutz
Schatten ist der beste Sonnenschutz. Dennoch bedeutet Schatten nicht automatisch vollständigen Schutz vor UV-Strahlen.

Ein Teil der UV-Strahlung wird von der Umgebung reflektiert. Besonders Wasser kann die UV-Wirkung zusätzlich verstärken. Auch unter einem Sonnenschirm oder im Schatten eines Baumes kann die Haut deshalb belastet werden.
Zwischen 11 und 15 Uhr treffen rund zwei Drittel aller UV-Strahlen auf die Erdoberfläche. In dieser Zeit empfiehlt die Krebsliga besondere Vorsicht.
Irrtum 3: Hoher Lichtschutzfaktor bedeutet unbegrenzt Sonne
Ein hoher Lichtschutzfaktor vermittelt vielen Menschen ein falsches Sicherheitsgefühl.
Die Krebsliga empfiehlt Erwachsenen einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15.
Doch auch mit hohem Lichtschutzfaktor bleibt die Haut nicht unbegrenzt geschützt. Sonnencreme ist kein Freipass für stundenlanges Sonnenbaden.
Irrtum 4: Ein dünner Film genügt
Der wohl häufigste Fehler ist eine zu geringe Menge Sonnencreme.
Für den angegebenen Schutz braucht es deutlich mehr Creme, als die meisten Menschen verwenden. Fachleute gehen von rund vier gehäuften Esslöffeln für den gesamten Körper aus.
Besonders häufig vergessen werden dabei die Ohren und der Nacken. Gerade diese Stellen sind der Sonne oft direkt ausgesetzt.
Was wirklich schützt: Schatten, Kleidung, Creme
Die Krebsliga empfiehlt eine klare Reihenfolge beim Sonnenschutz.
An erster Stelle steht der Aufenthalt im Schatten, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr. Danach folgen Hut, Sonnenbrille und möglichst schulterbedeckte Kleidung.
Erst an dritter Stelle kommt die Sonnencreme, die auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen werden sollte.
Wer den aktuellen UV-Index kennt, kann seine Aktivitäten zusätzlich besser planen.
Besonders bei Kindern
Kinder reagieren besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Deshalb empfiehlt die Krebsliga für Kinder einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30.

Wichtig ist ausserdem, Kinder möglichst oft im Schatten spielen zu lassen und auf geeignete Kleidung, Sonnenhut und Sonnenbrille zu achten.
Gerade bei Ausflügen an Seen oder in Freibäder sollte daran gedacht werden, dass Wasser die UV-Belastung zusätzlich verstärken kann.
Weitere häufige Fehler
Viele Menschen cremen sich erst am See, im Freibad oder am Strand ein. Dabei sind die ersten Minuten in der Sonne oft bereits ungeschützt.
Fachleute empfehlen deshalb, die Sonnencreme bereits zuhause aufzutragen.
Ein weiterer Fehler betrifft die Lagerung. Sonnencreme sollte nicht über längere Zeit im heissen Auto oder in direkter Sonneneinstrahlung liegen. Hohe Temperaturen können die Schutzwirkung beeinträchtigen.
Ebenfalls klar ist die Empfehlung zum Solarium: Auf künstliche UV-Strahlung sollte vollständig verzichtet werden. Auch das sogenannte Vorbräunen bietet keinen gesundheitlichen Vorteil.
Wer sich im Sommer viel im Freien aufhält, sollte auch andere saisonale Gesundheitsrisiken kennen. Mehr dazu im Artikel über Heuschnupfen und die aktuelle Pollensaison.
Wann man zum Arzt sollte
Verändert sich ein Muttermal auffällig oder treten neue Hautveränderungen auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Eine eigene Diagnose anhand von Bildern oder Internetinformationen ersetzt keine Untersuchung durch eine Fachperson.
Häufige Fragen zum Sonnenschutz
Reicht Sonnencreme allein als Schutz?
Nein. Die Krebsliga empfiehlt zuerst Schatten, dann Kleidung und erst danach Sonnencreme.
Muss ich im Schatten nachcremen?
Auch im Schatten kann UV-Strahlung auf die Haut treffen. Deshalb sollte der Sonnenschutz aufrechterhalten werden.
Ist Sonnencreme für Kinder besonders wichtig?
Ja. Kinder reagieren empfindlicher auf UV-Strahlung und sollten besonders gut geschützt werden.
Hilft Vorbräunen im Solarium?
Nein. Fachleute raten ausdrücklich vom Solarium ab.



